Ausstellung und Vortrag: Geschichte der Juden in Venedig und Stadtschlaining

Venice beyond the Ghetto

500 Jahre Ghetto Venedig – Stationen jüdischer Geschichte in Europa
Eine Geschichte von Ausgrenzung und Einbindung in Bezug auf die Jüdischen Gemeinden im Burgenland am Beispiel Stadtschlaining

Sonntag, 21. Mai 2017, 16.00 Uhr
Eintritt frei

Friedensbibliothek des Österreichischen Studienzentrums für Frieden und Konfliktlösung (ÖSFK), ehemalige Synagoge von Stadtschlaining
Hauptplatz 3
7461 Stadtschlaining

Referent: Dr. Gerhard Baumgartner
Zur Fotoausstellung: DI Giulio Zannier, Kurator
Musik: QuartArt
Werke von Franz Zebinger (Klesmeriade), Mike Curtis (Klezmer Wedding) und Wolfgang R. Kubizek (Klarinettenquartett).

Der KLANGfrühling 2017 steht heuer unter dem Motto „Luft und Liebe“ – Musik aus Venedig zu Gast im Burgenland. In diesem Zusammenhang findet bereits am Sonntag, 21. Mai 2017 in der ehemaligen Synagoge von Stadtschlaining eine Veranstaltung statt, die eine Verbindung herstellt zwischen der Geschichte Venedigs und jener von Stadtschlaining.

Für den KLANGfrühling ist es wichtig, dass neben dem musikalischen Festivalprogramm auch zusätzliche Veranstaltungen angeboten werden, die weitere Kunstformen integrieren und Themen, die typisch für Stadtschlaining sind beleuchtet. So freue ich mich, dass es gelungen ist, eine Fotoausstellung, die anlässlich „500 Jahre Ghetto Venedig“ präsentiert wurde, erstamls in Österreich zu zeigen. Zusammengestellt hat die Auswahl von 45 Schwarzweißfotografien Kurator Giulio Zannier.

In Zusammenarbeit mit dem Concentrum Stadtschlaining, dem ÖSFK, Venice beyond the Ghetto, SILOS art inside Venezia und der Stadtgemeinde Stadtschlaining werden die Bilder auch während des Festivals (23.- 28. Mai) zu besichtigen sein.

Für den „Schlaininger Teil“ konnte Dr. Gerhard Baumgartner, der Leiter des Dokumentationsarchives des Österreichischen Widerstandes, gewonnen werden.

Die erste urkundliche Erwähnung einer jüdischen Familie in Schlaining findet man bereits 1527, eine jüdische Gemeinde wird urkundlich erstmals 1680 erwähnt, 1715 wurde die Synagoge errichtet. Die Synagoge von Stadtschlaining ist die einzige öffentliche Synagoge im Burgenland, die während der Herrschaft des Nationalsozialismus nicht zerstört wurde. Sie wurde ab Mitte der 1980er Jahre vom ÖSFK erstanden und restauriert. Heute ist sie Standort der Friedensbibliothek.

Dr. Gerhard Baumgartner wird in seinem Vortrag auch über historische Verbindungen zwischen der jüdischen Geschichte von Venedig und jener von Stadtschlaining herausarbeiten.

cwj5xtoxeaalnkmDas Ghetto von Venedig – 500 Jahre danach
Das Ghetto von Venedig ist das älteste in Europa und hat im vergangenen Jahr sein 500 jähriges Bestehen begangen. In diesem Zusammenhang hat es zahlreiche Veranstaltungen gegeben, die unter dem Titel „Venice beyond the Ghetto“ auch eine Verbindung ins Heute geschlagen haben. Eine solche Brücke sind die Fotos von LUIGI FERRIGNO, die erstmals in Österreich öffentlich gezeigt werden. Die Schau wird von Giulio Zannier kuratiert.

Die künstlerische Interpretation durch Luigi Ferrigno, einem leidenschaftlich venezianischen Fotografen, ist eine Art Archiv von dokumentarischem Wert über das Ghetto in den vergangenen Jahren. Er gibt Einblicke in den Alltag, zeigt die Menschen wo und wie sie „zuhause“ sind, und das in einer einzigartigen architektonischen Kulisse.
Die Schwarzweiß-Bilder im Format 30×40 sind mit einem scharfen Auge aufgenommen, zärtlich, manchmal ironisch, durch eine feine Kunst unterstützt, durchtränkt mit dieser Intensität, manchmal auch ein wenig dramatisch, eine Stimmung, die nur Schwarz und Weiß geben können.
Die Ausstellung debütierte mit Unterstützung der Stadt Venedig für den Memorial Day 2017 im Palazzo da Mula in Murano.

Luigi Ferrigno wurde in Venedig im Jahr 1935 geboren. Die Leidenschaft für die Fotografie entstand sehr früh, 1957 wurde er Partner des Fotoclubs „La Gondola“, es entstand die erste internationale Ausstellung im Rahmen einer Fotografie-Biennale in Venedig. Ferrigno versteht sich als Vertreter der dokumentarischen Fotografie und Fotoreportage. Er fotografiert seine Stadt nach wie vor fast täglich an jeder Ecke und in jeder Situation, um auch das Wissen über „sein“ Territorium zu vertiefen.

Homepage „Venice Ghetto 500“

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