Schlaininger Manifest 2018

Kaum jemand von uns heute hat das Jahr 1938 noch erlebt.
Niemand aus unseren Reihen hat sich aktiv an den Gräueltaten im November 1938 beteiligt.
Auch wenn wir selbst keine Schuld auf uns geladen haben,
so tragen wir dennoch mit an der Last der Vergangenheit.

In Betroffenheit darüber und auch über die Ereignisse der Folgejahre nach 1938,
in denen damals unsere jüdischen Mitbürger geschmäht, ihrer Würde, ihres Besitzes und schließlich ihres Lebens beraubt wurden – und zugleich mit ihnen unsagbar viele andere
aufgrund ihrer Behinderung, ihrer Volkszugehörigkeit, ihrer Überzeugung
oder ihrer sexuellen Orientierung erbarmungslos vernichtet wurden,
halten wir heute am 6. November 2018 fest:

Das standhafte Beispiel der Opfer damals ermutigt uns heute darin,
allen Anfängen von Intoleranz zu wehren,
jeglicher Diskriminierung die Stirn zu bieten,
und jeder Form von gesellschaftlicher, ethnischer oder religiöser Verachtung entgegenzutreten.
Unser Heimatland Österreich soll auch in Zukunft ein Ort des friedlichen Miteinanders bleiben.

Wir haben aus der Geschichte gelernt.

Unterschrieben von Teilnehmenden am Schweigemarsch in Stadtschlaining am 6. November 2018 anlässlich des Gedenkens „80 Jahre Reichspogromnacht 9./10. November 1938“

„Schlaininger Manifest“ als PDF

181106 Schlaininger Manifest Tafel

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