verschoben: Gemeinsam den Schuldenberg bezwingen (18.6.)

ZWEITE SPARKASSE.
Die Bank für die „zweite Chance“

Vortrag und Gespräch mit Dr. Gerhard Ruprecht
Ehrenamtlicher Vorstand der „Zweiten Wiener Vereins-Sparkasse“

Mi, 18. März 2020, 19:00 Uhr
Evang. Gemeindezentrum Oberwart
Evang. Kirchengasse 6, 7400 Oberwart

200318 Zweite Sparkasse

Neue Wege für eine alte Kirche? Vortrag am 19.1.

Neue Wege für eine alte Kirche?
Der nicht unbedeutende Beitrag der Amazoniensynode

Vortrag und Gespräch mit
Mag. Gustav Krammer
Pastoralassistent im Seelsorgeraum Bad Tatzmannsdorf-Mariasdorf-Bernstein und Brasilienkenner

Mi, 19. Februar 2020, 19.00 Uhr
Evang. Gemeindezentrum Stadtschlaining
Kirchenplatz 3, Stadtschlaining

Im Oktober 2019 trafen sich Bischöfe aus aller Welt sowie geladene Männer und Frauen im Vatikan zu einer Synode zum Thema „Amazonien – neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie“. Mit Amazonien stand eine bestimmte Weltregion im Mittelpunkt, die geprägt ist von extremer Ausbeutung und Zerstörung der Natur durch Großprojekte. Die Synode hatte aber einen doppelten Fokus: es ging um die Bewahrung der Schöpfung, aber auch um die Verkündigung der christlichen Heilsbotschaft in einer Region, wo großer Priestermangel herrscht, der Großteil der Gemeinden nur zweimal im Jahr Eucharistie feiern kann und Indigene mit ihrer Kultur akzeptiert werden wollen. Die Suche nach neuen Wegen unter den besonderen Bedingungen der Amazonas-Region hat Erwartungen geschürt, wie selten zuvor bei einer Synode.

Wird der priesterliche Zölibat fallen? In Amazonien oder weltweit?
Kommt ein „amazonischer“ Ritus? Und das Frauendiakonat?

Am Ende der Synode stimmten zwar mehr als zwei Drittel der Bischöfe für alle vorgebrachten Anliegen. Doch Widerspruch und Positionskämpfe dauern an.

Keine leichte Aufgabe für Papst Franziskus, der mit einem nachsynodalen Schreiben für Verbindlichkeit der neuen Wege sorgen soll.

 

Berichte vom Essmann-Vortrag

Essmann-Vortrag_OW

Juden und Christen – zwei Religionen – ein Gott
Die Kirchen in Österreich feiern am 17. Jänner den Tag des Judentums. Das Christentum ist wesentlich mit dem Judenturm verbunden.
„Jesus ist als Jude geboren, hat als Jude gelebt, gepredigt und ist als Jude gestorben“, so der Theologe Karl-Richard Essmann in seinem Gastvortag, zu dem ihn GF Gerhard Harkam, vom Concentrum Stadtschlaining, geladen hat. An diesem 17. Jänner sollen sich die Christen in besonderer Weise ihrer Weggemeinschaft mit dem Judentum bewusst werden und zugleich des von ihnen an jüdischen Menschen und ihrem Glauben begangenen Unrechts in der Geschichte gedenken. Musikalisch begleitete Laura Divosch den Abend der Gedenkfeier.

Gerhard Harkam, GF vom Concentrum – Forum für politische, ethnische, kulturelle und soziale Ökumene – begrüßte in der ehemaligen Oberwarter Synagoge, heutige Zentralmusikschule, den Theologen Karl-Richard Essmann zum Vortrag „Zwei Religionen – ein Gott“. „In jedem Christen ist ein Jude – und wer seine jüdischen Wurzeln nicht anerkennt, kann kein wahrer Christ sein! Ehe das Christentum ward, ward das Judentum – die Juden sind Gottes erste Liebe“, so Essmann plakativ.
Quelle: meinbezirk.at, 19.1.2020 (mit Fotogalerie von Peter Seper)

Bericht im martinus vom 26.1.2020: (zur Vergrößerung  das Bild anklicken)
MAR-200126-014-4c
MAR-200126-015-4c

Übungsgruppe Enkeltauglich Leben in Bad Tatzmannsdorf

Übungsgruppe Enkeltauglich Leben
Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt!

Die Übungsgruppe für Erwachsene ist ein guter Weg um den eigenen Lebensstil zu hinterfragen und auch zu ändern – damit wir unseren Enkeln eine lebenswerte Welt hinterlassen.

Die meisten Menschen spüren deutlich, dass sich an unserer Lebensweise etwas ändern muss, damit sie wieder „enkeltauglich“ wird, also auch für zukünftige Generationen eine erfülltes, lebenswertes Leben auf der Erde möglich ist. Nur wie geht das? Und wo fang ich am besten an?

Die 5 großen Themen von Enkeltauglich leben sind: Menschenwürde, Solidarität, Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit, Mitbestimmung/Transparenz. „Gespielt“ wird jeweils für 2,5 Stunden.
Du hast Lust, dir eine Portion Motivation für deine eigenen Vorhaben abzuholen und lässt dich gerne von den Vorhaben der anderen in der Gruppe inspirieren? Dann bist du hier richtig!

Leiterin: Mag. Barbara Buchinger, zertifizierte Enkeltauglich Leben Spieleleiterin

Termine: jeweils Montag von 18.00 – 20.30 Uhr,
17. Feber
9. und 30. März
27. April
18. Mai
22. Juni

Ort: Kath. Pfarrsaal,  Kirchenstraße 15
7431 Bad Tatzmannsdorf

Kosten für 6 Abende:
€ 60,- pro Teilnehmer

Anmeldung bis 10. Feber
Email: barbara.buchinger@martinus.at
Mobil: 0676 88070 8286

Veranstalter:
Concentrum, Katholisches Bildungswerk der Diözese Eisenstadt, gefördert durch die Österreichische Gesellschaft für politische Bildung.

Weitere Infos zum Kurs Enkeltauglich Leben www.enkeltauglich-leben.org

Termine

40 Jahre Synodalbeschluss „Zur Erneuerung des Verhältnisses von Christen und Juden“


Ehrliches Ringen um ein gutes Verhältnis von Juden und Christen gewürdigt
Vizepräsident des Zentralrats der Juden hält Grußwort auf Landessynode
Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Abraham Lehrer, hat den Dialog zwischen rheinischer Kirche und jüdischen Verbänden gewürdigt. „Seit inzwischen langer Zeit gehen unsere Religionsgemeinschaften in gegenseitigem Respekt miteinander um – eine Umgangsform, die in einigen Teilen der Gesellschaft leider aus der Mode gekommen scheint“, sagte er heute Morgen in einem Grußwort an die 206 Mitglieder der Landessynode in Bad Neuenahr angesichts eines stärker werdenden Antisemitismus‘. Der intensive Dialog zwischen Juden und Christen sei heute wichtiger denn je.
Als „Meilenstein“ bezeichnete Lehrer den von der Landessynode 1980 verabschiedeten Synodalbeschluss zur Erneuerung des Verhältnisses von Christen und Juden. Dass die diesjährige Synode sich zum 40-jährigen Jubiläum nicht auf den Lorbeeren ausruhe, sondern vielmehr frage, wo nachjustiert werden müsse, zeichne die rheinische Kirche aus. „Diese Nachjustierung ist aus meiner Sicht nötig und sinnvoll. Denn die Welt und auch Deutschland haben sich so stark verändert, dass wir – Juden und Christen – vor neuen Herausforderungen stehen“, sagte Lerner.
ekir.de, 13.1.2020

Vor 40 Jahren: EKiR verabschiedet sich von Judenmission
Die Juden müssen zum Heil geführt werden: eine Vorstellung, die die rheinischen Protestanten als erste endgültig aufgegeben haben. Der Synodalbeschluss vor 40 Jahren war eine Sensation – und es dauerte lange, bis die anderen Landeskirchen folgten. Autorin: Christina-Maria Purkert
WDR 5 Diesseits von Eden, 12.01.2020. Verfügbar bis 11.01.2021.

Landessynode würdigt 40 Jahre Synodalbeschluss und justiert nach
Jüdisches Leben besser kennenlernen und die Erinnerungskultur stärken
Bad Neuenahr (15. Januar 2020). Die Evangelische Kirche im Rheinland steht an der Seite des Judentums. Das hat die Landessynode heute aus Anlass des Jubiläums 40 Jahre Synodalbeschluss „Zur Erneuerung des Verhältnisses von Christen und Juden“ bekräftigt. Unter der Überschrift „Umkehr und Erneuerung“ beschreibt die rheinische Kirche ihr Verhältnis zum Judentum als bleibende Aufgabe.
Kirchenkreis Mörs, 15.1.2020

Synodalbeschluss »Absage an die Judenmission« (13.05.2017)
Auf der Grundlage der Erklärung der EKD-Synode von Magdeburg 2016 nimmt die Synode der Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche) zum Thema „Judenmission“ wie folgt Stellung.
AG juden&christen, 13.5.2017

Evangelische Kirche erteilt Judenmission eine Absage
Ohne Schlupfloch
Die evangelische Kirche hat der Judenmission eine klare Absage erteilt. Christen seien „nicht berufen, Israel den Weg zu Gott und seinem Heil zu weisen“, heißt es in der Erklärung. Der Zentralrat der Juden in Deutschland begrüßt die Entscheidung.
Domradio, 9.11.2016

Zur Erneuerung des Verhältnisses von Christen und Juden
Würdigung des Beschlusses und der Thesen der Landessynode von 1980 nach 25 Jahren
Evangelischen Kirche im Rheinland,14.01.2005

Absage an Begriff und Sache christlicher Judenmission
Beschluss der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche im Rheinland vom 12./13.12.2008
PDF >>

Kirche und Staat Israel
Kirchliche Verlautbarungen aus uniertem und reformiertem Kontext
Eine Dokumentation von Auszügen aus kirchlichen Beschlüssen und theologischen Stellungnahmen der Jahre 1980-2001 der Evangelischen Kirche im Rheinland, der Evangelisch-reformierten Kirche, der Union Evangelischer Kirchen, der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa und des Reformierten Bundes zum Staat Israel
reformiert-info.de >>

„Die verspielte Welt“ – Gespräch mit Prof. Paul Lendvai am 12.11.

„DIE VERSPIELTE WELT“
Begegnungen und Erinnerungen
Walter Reiss im Gespräch mit Prof. Paul Lendvai
Di, 12. Nov. 2019 um 19.30 Uhr
Reduce Kultursaal Bad Tatzmannsdorf

Der 1929 in Budapest als Sohn jüdischer Eltern geborene Paul Lendvai wurde 1944 mit seinem Vater verschleppt und hat dank eines Schweizer Schutzpasses in Budapest überlebt. 1953 wurde er verhaftet und erhielt drei Jahre Berufsverbot. 1956 floh er über Warschau nach Prag und kam 1957 nach Wien. Hier schrieb er für mehrere Zeitungen unter Pseudonym, um seine in Budapest verbliebene Mutter zu schützen. Seit 1959 ist Paul Lendvai österreichischer Staatsbürger. Er war u.a. Korrespondent der Financial Times, gründete die Europäische Rundschau und war Leiter der Osteuroparedaktion des ORF und Intendant von Radio Österreich International und ist Moderator der Diskussionsreihe Europastudio im ORF. Das Buch „Die verspielte Welt – Begegnungen und Erinnerungen“ ist das jüngste von bisher 20 Büchern, die Prof. Paul Lendvai als exzellenter Kenner der Entwicklung Europas, Biograf von Bruno Kreisky und scharfer Kritiker des Orbán-Regimes verfasst hat. Er ist wie kaum ein anderer in der Lage, selbst erlebte Historie vor aktuellem Hintergrund zu analysieren. Mit Paul Lendvai spricht der vormalige ORF-Redakteur und TV-Gestalter Walter Reiss.

Die Veranstaltung ist Teil von KLANGherbst – Tage jüdischer Kultur & Musik 2019 und wird unterstützt vom Büchertraum Bad Tatzmannsdorf und dem Verein Zukunft Stadtschlaining

Titelstory im prima!-Magazin, 30.10.2019

„Starke Männer“ führen Länder in Katastrophen

Bericht von der Veranstaltung:

meinbezirk.at, 19.11.2019

Paul Lendvai präsentierte „Die verspielte Welt“

Osteuropaexperte und Buchautor Prof. Paul Lendvai stellte im Rahmen des KLANGherbstes sein Buch „Die verspielte Welt“ vor.
STADTSCHLAINING. Das Concentrum lud gemeinsam mit dem Verein Zukunft Schlaining am 12. November zu einem Gespräch mit Prof. Paul Lendvai. Als Gesprächspartner bzw. im Interview mit Walter Reiss erzählte er über die Mächtigen in Europa und über seine unzähligen, persönlichen Anekdoten in seinem bereits 90-jährigem Leben.
Anschließend präsentierte er auch sein neuestes Buch „Die verspielte Welt – Begegnungen und Erinnerungen“. Die zahlreich erschienen Besucher im Kultursaal in Bad Tatzmannsdorf lauschten den spannenden Erzählungen und begaben sich auf eine Zeitreise mit Paul Lendvai. Dieser Abend bildete den Abschluss zu den Gedenktagen im Rahmen des Schlaininger KLANGherbstes, die heuer unter dem Motto „Tage der jüdischen Kultur und Musik“ standen.

Zur Person: Prof. Paul Lendvai
Der 1929 in Budapest als Sohn jüdischer Eltern geborene Paul Lendvai wurde 1944 mit seinem Vater verschleppt und hat dank eines Schweizer Schutzpasses in Budapest überlebt. 1953 wurde er verhaftet und erhielt drei Jahre Berufsverbot. 1956 floh er über Warschau nach Prag und kam 1957 nach Wien. Hier schrieb er für mehrere Zeitungen unter Pseudonym, um seine in Budapest verbliebene Mutter zu schützen.
Seit 1959 ist Paul Lendvai österreichischer Staatsbürger. Er war u.a. Korrespondent der Financial Times, gründete die Europäische Rundschau und war Leiter der Osteuroparedaktion des ORF und Intendant von Radio Österreich International und ist Moderator der Diskussionsreihe Europastudio im ORF.

20 Bücher
Das Buch „Die verspielte Welt – Begegnungen und Erinnerungen“ ist das jüngste von bisher 20 Büchern, die Prof. Paul Lendvai als exzellenter Kenner der Entwicklung Europas, Biograf von Bruno Kreisky und scharfer Kritiker des Orbán-Regimes verfasst hat. Er ist wie kaum ein anderer in der Lage, selbst erlebte Historie vor aktuellem Hintergrund zu analysieren.

Bericht von der Studienfahrt am 5.10.

Spuren suchen. Quellen entdecken.
Studienfahrt des CONCENTRUMs am 5.10.2019 nach St. Andrä und Frauenkirchen
(siehe Einladung und Programm >>)
Gerhard Harkam
Am 5. Oktober brachen wir zu unserer jährlichen Studienfahrt auf: Im vollbesetzten Autobus mit 50 Personen fuhren wir nach St. Andrä am Zicksee, wo es seit kurzem eine Besonderheit in der ökumenischen Landschaft Österreichs gibt. Die griechisch-orthodoxe Kirche gründete vor fünf Jahren die Mönchsgemeinschaft Maria Schutz und setzte damit in diesem nordburgenländischen Ort ein Signal für die etwa 800.000 orthodoxen Christ*innen in Österreich. Die fünf Mönche leben und beten derzeit noch etwas improvisiert in zwei kleinen Häusern gegenüber dem Bahnhofsgebäude von St. Andrä. Aber der geplante Neubau auf einem acht Hektar großen Areal ist sehr ambitioniert und soll in Zukunft Raum zu Begegnung, Seelsorge und Gottesdienst nach ostkirchlicher Tradition bieten. Der junge Mönch Raphael stand in der Kapelle unseren vielen Fragen engagiert Rede und Antwort.

Am Nachmittag ging es weiter nach Frauenkirchen; dieser Ort hatte eine bedeutende jüdische Gemeinde. Wir fuhren zuerst zum Friedhof, wo Franz Wegleitner uns Leben und Leiden der jüdischen Gemeinde mit der Gestalt des letzten Frauenkirchener Juden, Herrn Paul Rosenfeld, näherbrachte. Danach besuchten wir im ehemaligen jüdischen Gemeindebezirk den seit 2016 bestehenden „Garten der Erinnerung“: Im Zentrum der Anlage steht eine abstrahierte, bronzene Thorarolle auf einem kubischen Steinsockel. Die durch einen Glaskubus geschützte Ausgrabungsstätte mit den Fragmenten der ehemaligen barocken Synagoge und den zerbrochenen Säulen wurde für uns gerade auch wegen des aufkommenden Regens zu einem bewegenden Ort.

Ein weiterer Schwerpunkt war an diesem Tag die franziskanische Kloster-Tradition der römisch-katholischen Kirche in Frauenkirchen. Seit 1659 betreuen Franziskaner die Wallfahrtskirche „Maria auf der Heide“ und stehen für Pilgergruppen (Gottesdienste, Beichten, Aussprachen, Andachten und Kirchenführungen) zur Verfügung. Pater Thomas Lackner konnte uns dazu einiges berichten. Zuletzt fuhren wir langsam über die holprige „Fluchtstraße“ von Andau zu einem Gedenkort an der Grenze, und zwar zur „Brücke von Andau“, die 1956 ein Nadelöhr der Flucht vieler Tausender Ungarn war.

Fotos von der Studienfahrt >>

SOCHOR! Erinnere dich! am 5.11.

SACHOR! ERINNERE DICH!
„Erinnern als gesellschaftspolitischer Auftrag“
Zum Gedenken an die Reichspogrom-Nacht von 1938

Vortrag und Gespräch mit Mag. Norbert Darabos
Historiker und Präsident des Österreichischen Studienzentrums für Frieden und Konfliktlösung in Stadtschlaining

Dienstag, 5. November 2019, 19.00 Uhr
Evang. Gemeindezentrum Stadtschlaining

„Kaum jemand von uns heute hat das Jahr 1938 noch erlebt. Niemand aus unseren Reihen hat sich aktiv an den Gräueltaten im No-vember 1938 beteiligt. Auch wenn wir selbst keine Schuld auf uns geladen haben, so tragen wir dennoch mit an der Last der Vergangenheit.“ Aus dem „Schlaininger Manifest“ vom 6. November 2018
Mag. Norbert Darabos hat nach politischen Funktionen nun die Aufgabe übernommen, als Historiker das „Haus der Zeitgeschichte“ zu konzipieren und zu leiten. Dieser Abend bildet als SideEvent den Auftakt zu den Gedenk-Aktionen des Schlaininger Klangherbstes.
Im Anschluss ist Gelegenheit, mit Herrn Mag. Darabos ins Gespräch zu kommen und das Gehörte miteinander zu bedenken. Wir hoffen auf Ihr Interesse und freuen uns über Ihre Teilnahme!

Eintritt frei, Spende erbeten!

191105 Darabos Erinnern

Bericht von der Veranstaltung:

meinbezirk.at, 14.11.2019
Sachor! Erinnere dich!
STADTSCHLAINING (ps). „Erinnern als gesellschaftlicher Auftrag“, dazu lud GF Gerhard Harkam vom CONCENTRUM – Forum für politische, ethnische, kulturelle und soziale Ökumene. Nach dem Schweigemarsch vor einem Jahr wurde heuer erstmals wieder an die Reichspogromnacht von 1938 gedacht. Sachor! Erinnere dich! Historisch nachbetrachtet wurde der November 1938 vom Historiker und Präsident des Österreichischen Studienzentrums für Frieden und Konfliktlösung in Stadtschlaining, Norbert Darabos. Die Gedenkfeier erlebte durch die Anwesenheit von Superintendent Manfred Koch und LA Doris Prohaska eine hohe Wertschätzung. Musikalisch umrahmt wurde die Gedenkstunde von Laura Divosch, die mit ihren Beiträgen eindrucksvoll belegte, dass Musik oft mehr ausdrücken kann als Worte.

Historisch belegt
Sechs Jahre gehörte Norbert Darabos der Bundesregierung als Verteidigungsminister an. Als Historiker stand der Burgenländer öfter im inneren Widerspruch mit politischen Aussagen und Werten. „Der Ausgangspunkt für den Pogrom, also die gewaltsame Ausschreitung gegen die jüdische Bevölkerung geht bereits in das Jahr 1923 zurück, wo im Scheunenviertel in Berlin, Angriffe gegen Juden stattfanden. 1931 folgten die
Kurfürstendamm-Krawalle und 1933 der Warenhaussturm in Braunschweig. Die Vorbereitungen auf den Pogrom sind schon 1935 historisch belegt. Und da kann niemand sagen – wir hatten nichts wissen können – wir wussten und einige wussten mehr“, so Darabos.

Schlaininger Manifest 2018
Kaum jemand von uns hat das Jahr 1938 noch erlebt. Niemand aus unseren Reihen hat sich aktiv an den Gräueltaten im November 1938 beteiligt. Auch wenn wir selbst keine Schuld auf uns geladen haben, so tragen wir dennoch mit an der Last der Vergangenheit.
In Betroffenheit darüber und über die furchtbaren Verbrechen der Folgejahre nach 1938, bei denen damals unsere jüdischen MitbürgerInnen geschmäht, ihrer Würde, ihres Besitzes und schließlich ihres Lebens beraubt wurden – und zugleich mit ihnen unsagbar viele andere aufgrund ihrer Behinderung, ihrer Volkszugehörigkeit, ihrer Überzeugung oder ihrer sexuellen Orientierung erbarmungslos vernichtet wurden, halten wir am 6. November 2018 fest:
Das standhafte Beispiel der Opfer und der Menschen im Widerstand von damals ermutigt uns heute darin, allen Anfängen und Formen von Intoleranz zu wehren, jeglicher Diskriminierung die Stirn zu bieten, und jeder Art von gesellschaftlicher, ethnischer oder religiöser Verachtung und Verfolgung entgegenzutreten. Unser Heimatland Österreich soll auch in Zukunft ein Ort des friedlichen Miteinanders bleiben.
Wir haben aus der Geschichte gelernt.

Novemberpogrom 1938
Die Novemberpogrome 1938 – bezogen auf die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, auch Reichspogromnacht oder zynisch (Reichs-)Kristallnacht genannt, waren vom nationalsozialistischen Regime organisierte und gelenkte Gewaltmaßnahmen gegen Juden und Jüdinnen in Deutschland sowie Österreich. Dabei wurden vom 7. bis 13. November etwa 800 Juden und Jüdinnen ermordet, 400 davon in der Nacht vom 9. auf den 10. November. Über 1.400 Synagogen, Betstuben und sonstige Versammlungsräume sowie tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe wurden zerstört. Ab dem 10. November wurden ungefähr 30.000 Juden und Jüdinnen in Konzentrationslagern inhaftiert, wo mindestens weitere 400 ermordet wurden oder an Haftfolgen starben.
Die Pogrome markieren den Übergang von der Diskriminierung der deutschen Juden und Jüdinnen seit 1933 zur systematischen Verfolgung, die knapp drei Jahre später in den Holocaust mündete.

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