Bericht von der Studienfahrt am 5.10.

Spuren suchen. Quellen entdecken.
Studienfahrt des CONCENTRUMs am 5.10.2019 nach St. Andrä und Frauenkirchen
(siehe Einladung und Programm >>)
Gerhard Harkam
Am 5. Oktober brachen wir zu unserer jährlichen Studienfahrt auf: Im vollbesetzten Autobus mit 50 Personen fuhren wir nach St. Andrä am Zicksee, wo es seit kurzem eine Besonderheit in der ökumenischen Landschaft Österreichs gibt. Die griechisch-orthodoxe Kirche gründete vor fünf Jahren die Mönchsgemeinschaft Maria Schutz und setzte damit in diesem nordburgenländischen Ort ein Signal für die etwa 800.000 orthodoxen Christ*innen in Österreich. Die fünf Mönche leben und beten derzeit noch etwas improvisiert in zwei kleinen Häusern gegenüber dem Bahnhofsgebäude von St. Andrä. Aber der geplante Neubau auf einem acht Hektar großen Areal ist sehr ambitioniert und soll in Zukunft Raum zu Begegnung, Seelsorge und Gottesdienst nach ostkirchlicher Tradition bieten. Der junge Mönch Raphael stand in der Kapelle unseren vielen Fragen engagiert Rede und Antwort.

Am Nachmittag ging es weiter nach Frauenkirchen; dieser Ort hatte eine bedeutende jüdische Gemeinde. Wir fuhren zuerst zum Friedhof, wo Franz Wegleitner uns Leben und Leiden der jüdischen Gemeinde mit der Gestalt des letzten Frauenkirchener Juden, Herrn Paul Rosenfeld, näherbrachte. Danach besuchten wir im ehemaligen jüdischen Gemeindebezirk den seit 2016 bestehenden „Garten der Erinnerung“: Im Zentrum der Anlage steht eine abstrahierte, bronzene Thorarolle auf einem kubischen Steinsockel. Die durch einen Glaskubus geschützte Ausgrabungsstätte mit den Fragmenten der ehemaligen barocken Synagoge und den zerbrochenen Säulen wurde für uns gerade auch wegen des aufkommenden Regens zu einem bewegenden Ort.

Ein weiterer Schwerpunkt war an diesem Tag die franziskanische Kloster-Tradition der römisch-katholischen Kirche in Frauenkirchen. Seit 1659 betreuen Franziskaner die Wallfahrtskirche „Maria auf der Heide“ und stehen für Pilgergruppen (Gottesdienste, Beichten, Aussprachen, Andachten und Kirchenführungen) zur Verfügung. Pater Thomas Lackner konnte uns dazu einiges berichten. Zuletzt fuhren wir langsam über die holprige „Fluchtstraße“ von Andau zu einem Gedenkort an der Grenze, und zwar zur „Brücke von Andau“, die 1956 ein Nadelöhr der Flucht vieler Tausender Ungarn war.

Fotos von der Studienfahrt >>

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SOCHOR! Erinnere dich! am 5.11.

SACHOR! ERINNERE DICH!
„Erinnern als gesellschaftspolitischer Auftrag“
Zum Gedenken an die Reichspogrom-Nacht von 1938

Vortrag und Gespräch mit Mag. Norbert Darabos
Historiker und Präsident des Österreichischen Studienzentrums für Frieden und Konfliktlösung in Stadtschlaining

Dienstag, 5. November 2019, 19.00 Uhr
Evang. Gemeindezentrum Stadtschlaining

„Kaum jemand von uns heute hat das Jahr 1938 noch erlebt. Niemand aus unseren Reihen hat sich aktiv an den Gräueltaten im No-vember 1938 beteiligt. Auch wenn wir selbst keine Schuld auf uns geladen haben, so tragen wir dennoch mit an der Last der Vergangenheit.“ Aus dem „Schlaininger Manifest“ vom 6. November 2018
Mag. Norbert Darabos hat nach politischen Funktionen nun die Aufgabe übernommen, als Historiker das „Haus der Zeitgeschichte“ zu konzipieren und zu leiten. Dieser Abend bildet als SideEvent den Auftakt zu den Gedenk-Aktionen des Schlaininger Klangherbstes.
Im Anschluss ist Gelegenheit, mit Herrn Mag. Darabos ins Gespräch zu kommen und das Gehörte miteinander zu bedenken. Wir hoffen auf Ihr Interesse und freuen uns über Ihre Teilnahme!

Eintritt frei, Spende erbeten!

191105 Darabos Erinnern

Vortrag über „Neue Armut“ am 29.10.

„Neue Armut und was dagegen zu tun ist“
Vortrag und Gespräch mit Mag. Martin Schenk-Mair
Stellv. Direktor der DIAKONIE Österreich

Dienstag, 29. Oktober 2019, 19.00 Uhr
Evang. Kirche Oberwart, Evang. Kirchengasse 6

Mag. Martin Schenk-Mair, Sozialexperte und stv. Direktor der Diakonie Österreich referiert über die steigende Verarmungstendenz in Österreich. Martin Schenk-Mair ist Mitbegründer der „Armutskonferenz“ und zahlreicher sozialer Initiativen: „Hunger auf Kunst und Kultur” (Kultur für Leute ohne Geld), „Wiener Spendenparlament” (Stimmen gegen Armut), Verein Hemayat (Betreuung schwer Traumatisierter), „Sichtbar Werden” (Armutsbetroffene organisieren sich).
Im Anschluss ist Gelegenheit, mit Herrn Schenk-Mair ins Gespräch zu kommen und das Gehörte miteinander zu bedenken. Wir hoffen auf Ihr Interesse und freuen uns über Ihre Teilnahme!

Eintritt frei, Spende erbeten!

191029 Schenk Armut

„Im Labyrinth Irak“: Lesung mit Moritz Ehrmann am 3.10.

„Im Labyrinth Irak. Zwischen den Strömen“
Lesung mit Moritz Ehrmann

Donnerstag, 03. Oktober 2019, 18:30 Uhr
Burg Schlaining, Rittersaal

Der Diplomat und Friedensmediator Moritz Ehrmann hat 2014 mit dem Internationalen Roten Kreuz im Irak gearbeitet. Aus diesen hautnahen Erfahrungen ist der Roman „Im Labyrinth Irak. Zwischen den Strömen“ entstanden.
Woher kommt der Hass in diesem Land? Wer befeuert ihn? Wer zieht Nutzen daraus? Der Roman beschreibt die Versuche eines jungen Diplomaten in den Wirren der Invasion durch den „Islamischen Staat“, Drahtzieher für eine noch größere Katastrophe aufzuspüren.
Persönliche Eindrücke bilden einen packenden Rahmen für einen Roman, der tiefe Einblicke in das Land, die Leute und ihre Mentalität sowie in ein Labyrinth aus Gewalt, Politik und Religion bietet.

Veranstalter: Österreichisches Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung (ASPR) und VHS Burgenland

 

Podcast mit Daniela Pisoiu und Moritz Ehrmann im Gespräch über das Buch ‚Das Labyrinth Irak‘
Daniela Pisoiu (oiip) im Gespräch mit Moritz Ehrmann (Crisis Management Initiative). Moritz Ehrmann ist Friedensmediator und Diplomat und hat mit dem Internationalen Roten Kreuz im Irak gearbeitet. Aus diesen hautnahen Erfahrungen ist der Roman „Im Labyrinth Irak. Zwischen den Strömen“ entstanden. Die Geschichte handelt in der schicksalshaften Zeit, in der die Terrororganisation Islamischer Staat einen großen Teil des Landes in Beschlag nimmt.
oiip >>

Rundgang „Jüdische Spuren“ in Schlaining am 5.10.

Jüdische Spuren in Schlaining
Leitung: Mag.a Dr.in Lisa Fandl
Treffpunkt: Schlaining – Friedensbibliothek/ Hauptplatz 3
Termin: Sa. 05.10.2019, 14:00 – 16:00 Uhr
Anmeldung: 0 33 52/ 34 525

Der Rundgang thematisiert die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Stadtschlaining, die mit der nationalsozialistischen Machtergreifung ausgelöscht wurde. Nach einem historischen Überblick werden Stationen ehemals jüdischen Lebens und der jüdische Friedhof aufgesucht.

Eine Veranstaltung der VHS Burgenland. Anmeldung direkt unter den angegebenen Telefonnummern.

„Rechts, Mitte, Links?“ Gespräch mit Gerhard Baumgartner

STADTSCHLAINING: 16:00 Uhr, Burg Schlaining, Engelssaal.
„Rechts, Mitte, Links? Alter und neuer Antisemitismus“.
Walter Reiss im Gespräch mit Gerhard Baumgartner.
Teilnahme kostenlos.
Eine Veranstaltung des Österreichischen Studienzentrums für Frieden und Konfliktlösung – ASPR, CONCENTRUM und Verein Zukunft Schlaining im Rahmen des Europäischen Tages der Jüdischen Kultur

Fotos von der Veranstaltung >>

 

Europäischer Tag der jüdischen Kultur 2019

Zum bereits zwanzigsten Mal finden heuer europaweit Veranstaltungen am Sonntag, 1. September, zum „Europäischen Tag der jüdischen Kultur“ statt; und zum bereits sechsten Mal werden Geschichte, Traditionen und Bräuche des europäischen Judentums auch im Burgenland einer breiten Öffentlichkeit präsentiert, heuer unter dem Titel „Innovations“ in zehn Gemeinden.

Für drei Gemeinden wird es am 1. September einen Bustransfer (Rundfahrt) geben:
von Stadtschlaining aus startet ein Bus um 12:00 Uhr nach Oberwart, um von dort aus nach Rechnitz und im Anschluss wieder nach Stadtschlaining zu fahren. Wegen einer begrenzten Anzahl an Sitzplätzen wird um Reservierung gebeten.

Abfahrt: Stadtschlaining 12:00 Uhr pünktl.
Rückkehr nach Stadtschlaining 16:00 Uhr.
Anmeldungen bis 23. August 2019 unter Tel. +43 (0) 677/614 058 54 oder
E-Mail michael.schreiber@forschungsgesellschaft.at

OBERWART: 12:30 Uhr, Halle am evangelischen Friedhof (neben dem jüdischen Friedhof), Linke Bahnzeile.
Das jüdische Oberwart
Vortrag von Dr.in Ursula Mindler-Steiner und Rundgang am jüdischen Friedhof.
Teilnahme kostenlos. Herren bitte mit Kopfbedeckung (Friedhof).

RECHNITZ: 14:00 Uhr, Hauptplatz
Erinnerungsweg – Jüdisches Leben in Rechnitz und Vortrag
Geführter Rundgang mit Engelbert Kenyeri, Mag.a Eva Schwarzmayer und Dr.in Christine Teuschler.
Teilnahme kostenlos. Herren bitte mit Kopfbedeckung (Friedhof).

STADTSCHLAINING: 16:00 Uhr, Burg Schlaining, Engelssaal.
„Rechts, Mitte, Links? Alter und neuer Antisemitismus“.
Walter Reiss im Gespräch mit Gerhard Baumgartner.
Teilnahme kostenlos.
Eine Veranstaltung des Österreichischen Studienzentrums für Frieden und Konfliktlösung – ASPR, CONCENTRUM und Verein Zukunft Schlaining

Fotos von der Veranstaltung >>

Programm aller Veranstaltungen als PDF >>