„Die verspielte Welt“ – Gespräch mit Prof. Paul Lendvai am 12.11.

„DIE VERSPIELTE WELT“
Begegnungen und Erinnerungen
Walter Reiss im Gespräch mit Prof. Paul Lendvai
Di, 12. Nov. 2019 um 19.30 Uhr
Reduce Kultursaal Bad Tatzmannsdorf

Der 1929 in Budapest als Sohn jüdischer Eltern geborene Paul Lendvai wurde 1944 mit seinem Vater verschleppt und hat dank eines Schweizer Schutzpasses in Budapest überlebt. 1953 wurde er verhaftet und erhielt drei Jahre Berufsverbot. 1956 floh er über Warschau nach Prag und kam 1957 nach Wien. Hier schrieb er für mehrere Zeitungen unter Pseudonym, um seine in Budapest verbliebene Mutter zu schützen. Seit 1959 ist Paul Lendvai österreichischer Staatsbürger. Er war u.a. Korrespondent der Financial Times, gründete die Europäische Rundschau und war Leiter der Osteuroparedaktion des ORF und Intendant von Radio Österreich International und ist Moderator der Diskussionsreihe Europastudio im ORF. Das Buch „Die verspielte Welt – Begegnungen und Erinnerungen“ ist das jüngste von bisher 20 Büchern, die Prof. Paul Lendvai als exzellenter Kenner der Entwicklung Europas, Biograf von Bruno Kreisky und scharfer Kritiker des Orbán-Regimes verfasst hat. Er ist wie kaum ein anderer in der Lage, selbst erlebte Historie vor aktuellem Hintergrund zu analysieren. Mit Paul Lendvai spricht der vormalige ORF-Redakteur und TV-Gestalter Walter Reiss.

Die Veranstaltung ist Teil von KLANGherbst – Tage jüdischer Kultur & Musik 2019 und wird unterstützt vom Büchertraum Bad Tatzmannsdorf und dem Verein Zukunft Stadtschlaining

Titelstory im prima!-Magazin, 30.10.2019

„Starke Männer“ führen Länder in Katastrophen

Bericht von der Veranstaltung:

meinbezirk.at, 19.11.2019

Paul Lendvai präsentierte „Die verspielte Welt“

Osteuropaexperte und Buchautor Prof. Paul Lendvai stellte im Rahmen des KLANGherbstes sein Buch „Die verspielte Welt“ vor.
STADTSCHLAINING. Das Concentrum lud gemeinsam mit dem Verein Zukunft Schlaining am 12. November zu einem Gespräch mit Prof. Paul Lendvai. Als Gesprächspartner bzw. im Interview mit Walter Reiss erzählte er über die Mächtigen in Europa und über seine unzähligen, persönlichen Anekdoten in seinem bereits 90-jährigem Leben.
Anschließend präsentierte er auch sein neuestes Buch „Die verspielte Welt – Begegnungen und Erinnerungen“. Die zahlreich erschienen Besucher im Kultursaal in Bad Tatzmannsdorf lauschten den spannenden Erzählungen und begaben sich auf eine Zeitreise mit Paul Lendvai. Dieser Abend bildete den Abschluss zu den Gedenktagen im Rahmen des Schlaininger KLANGherbstes, die heuer unter dem Motto „Tage der jüdischen Kultur und Musik“ standen.

Zur Person: Prof. Paul Lendvai
Der 1929 in Budapest als Sohn jüdischer Eltern geborene Paul Lendvai wurde 1944 mit seinem Vater verschleppt und hat dank eines Schweizer Schutzpasses in Budapest überlebt. 1953 wurde er verhaftet und erhielt drei Jahre Berufsverbot. 1956 floh er über Warschau nach Prag und kam 1957 nach Wien. Hier schrieb er für mehrere Zeitungen unter Pseudonym, um seine in Budapest verbliebene Mutter zu schützen.
Seit 1959 ist Paul Lendvai österreichischer Staatsbürger. Er war u.a. Korrespondent der Financial Times, gründete die Europäische Rundschau und war Leiter der Osteuroparedaktion des ORF und Intendant von Radio Österreich International und ist Moderator der Diskussionsreihe Europastudio im ORF.

20 Bücher
Das Buch „Die verspielte Welt – Begegnungen und Erinnerungen“ ist das jüngste von bisher 20 Büchern, die Prof. Paul Lendvai als exzellenter Kenner der Entwicklung Europas, Biograf von Bruno Kreisky und scharfer Kritiker des Orbán-Regimes verfasst hat. Er ist wie kaum ein anderer in der Lage, selbst erlebte Historie vor aktuellem Hintergrund zu analysieren.

Bericht von der Studienfahrt am 5.10.

Spuren suchen. Quellen entdecken.
Studienfahrt des CONCENTRUMs am 5.10.2019 nach St. Andrä und Frauenkirchen
(siehe Einladung und Programm >>)
Gerhard Harkam
Am 5. Oktober brachen wir zu unserer jährlichen Studienfahrt auf: Im vollbesetzten Autobus mit 50 Personen fuhren wir nach St. Andrä am Zicksee, wo es seit kurzem eine Besonderheit in der ökumenischen Landschaft Österreichs gibt. Die griechisch-orthodoxe Kirche gründete vor fünf Jahren die Mönchsgemeinschaft Maria Schutz und setzte damit in diesem nordburgenländischen Ort ein Signal für die etwa 800.000 orthodoxen Christ*innen in Österreich. Die fünf Mönche leben und beten derzeit noch etwas improvisiert in zwei kleinen Häusern gegenüber dem Bahnhofsgebäude von St. Andrä. Aber der geplante Neubau auf einem acht Hektar großen Areal ist sehr ambitioniert und soll in Zukunft Raum zu Begegnung, Seelsorge und Gottesdienst nach ostkirchlicher Tradition bieten. Der junge Mönch Raphael stand in der Kapelle unseren vielen Fragen engagiert Rede und Antwort.

Am Nachmittag ging es weiter nach Frauenkirchen; dieser Ort hatte eine bedeutende jüdische Gemeinde. Wir fuhren zuerst zum Friedhof, wo Franz Wegleitner uns Leben und Leiden der jüdischen Gemeinde mit der Gestalt des letzten Frauenkirchener Juden, Herrn Paul Rosenfeld, näherbrachte. Danach besuchten wir im ehemaligen jüdischen Gemeindebezirk den seit 2016 bestehenden „Garten der Erinnerung“: Im Zentrum der Anlage steht eine abstrahierte, bronzene Thorarolle auf einem kubischen Steinsockel. Die durch einen Glaskubus geschützte Ausgrabungsstätte mit den Fragmenten der ehemaligen barocken Synagoge und den zerbrochenen Säulen wurde für uns gerade auch wegen des aufkommenden Regens zu einem bewegenden Ort.

Ein weiterer Schwerpunkt war an diesem Tag die franziskanische Kloster-Tradition der römisch-katholischen Kirche in Frauenkirchen. Seit 1659 betreuen Franziskaner die Wallfahrtskirche „Maria auf der Heide“ und stehen für Pilgergruppen (Gottesdienste, Beichten, Aussprachen, Andachten und Kirchenführungen) zur Verfügung. Pater Thomas Lackner konnte uns dazu einiges berichten. Zuletzt fuhren wir langsam über die holprige „Fluchtstraße“ von Andau zu einem Gedenkort an der Grenze, und zwar zur „Brücke von Andau“, die 1956 ein Nadelöhr der Flucht vieler Tausender Ungarn war.

Fotos von der Studienfahrt >>

SOCHOR! Erinnere dich! am 5.11.

SACHOR! ERINNERE DICH!
„Erinnern als gesellschaftspolitischer Auftrag“
Zum Gedenken an die Reichspogrom-Nacht von 1938

Vortrag und Gespräch mit Mag. Norbert Darabos
Historiker und Präsident des Österreichischen Studienzentrums für Frieden und Konfliktlösung in Stadtschlaining

Dienstag, 5. November 2019, 19.00 Uhr
Evang. Gemeindezentrum Stadtschlaining

„Kaum jemand von uns heute hat das Jahr 1938 noch erlebt. Niemand aus unseren Reihen hat sich aktiv an den Gräueltaten im No-vember 1938 beteiligt. Auch wenn wir selbst keine Schuld auf uns geladen haben, so tragen wir dennoch mit an der Last der Vergangenheit.“ Aus dem „Schlaininger Manifest“ vom 6. November 2018
Mag. Norbert Darabos hat nach politischen Funktionen nun die Aufgabe übernommen, als Historiker das „Haus der Zeitgeschichte“ zu konzipieren und zu leiten. Dieser Abend bildet als SideEvent den Auftakt zu den Gedenk-Aktionen des Schlaininger Klangherbstes.
Im Anschluss ist Gelegenheit, mit Herrn Mag. Darabos ins Gespräch zu kommen und das Gehörte miteinander zu bedenken. Wir hoffen auf Ihr Interesse und freuen uns über Ihre Teilnahme!

Eintritt frei, Spende erbeten!

191105 Darabos Erinnern

Bericht von der Veranstaltung:

meinbezirk.at, 14.11.2019
Sachor! Erinnere dich!
STADTSCHLAINING (ps). „Erinnern als gesellschaftlicher Auftrag“, dazu lud GF Gerhard Harkam vom CONCENTRUM – Forum für politische, ethnische, kulturelle und soziale Ökumene. Nach dem Schweigemarsch vor einem Jahr wurde heuer erstmals wieder an die Reichspogromnacht von 1938 gedacht. Sachor! Erinnere dich! Historisch nachbetrachtet wurde der November 1938 vom Historiker und Präsident des Österreichischen Studienzentrums für Frieden und Konfliktlösung in Stadtschlaining, Norbert Darabos. Die Gedenkfeier erlebte durch die Anwesenheit von Superintendent Manfred Koch und LA Doris Prohaska eine hohe Wertschätzung. Musikalisch umrahmt wurde die Gedenkstunde von Laura Divosch, die mit ihren Beiträgen eindrucksvoll belegte, dass Musik oft mehr ausdrücken kann als Worte.

Historisch belegt
Sechs Jahre gehörte Norbert Darabos der Bundesregierung als Verteidigungsminister an. Als Historiker stand der Burgenländer öfter im inneren Widerspruch mit politischen Aussagen und Werten. „Der Ausgangspunkt für den Pogrom, also die gewaltsame Ausschreitung gegen die jüdische Bevölkerung geht bereits in das Jahr 1923 zurück, wo im Scheunenviertel in Berlin, Angriffe gegen Juden stattfanden. 1931 folgten die
Kurfürstendamm-Krawalle und 1933 der Warenhaussturm in Braunschweig. Die Vorbereitungen auf den Pogrom sind schon 1935 historisch belegt. Und da kann niemand sagen – wir hatten nichts wissen können – wir wussten und einige wussten mehr“, so Darabos.

Schlaininger Manifest 2018
Kaum jemand von uns hat das Jahr 1938 noch erlebt. Niemand aus unseren Reihen hat sich aktiv an den Gräueltaten im November 1938 beteiligt. Auch wenn wir selbst keine Schuld auf uns geladen haben, so tragen wir dennoch mit an der Last der Vergangenheit.
In Betroffenheit darüber und über die furchtbaren Verbrechen der Folgejahre nach 1938, bei denen damals unsere jüdischen MitbürgerInnen geschmäht, ihrer Würde, ihres Besitzes und schließlich ihres Lebens beraubt wurden – und zugleich mit ihnen unsagbar viele andere aufgrund ihrer Behinderung, ihrer Volkszugehörigkeit, ihrer Überzeugung oder ihrer sexuellen Orientierung erbarmungslos vernichtet wurden, halten wir am 6. November 2018 fest:
Das standhafte Beispiel der Opfer und der Menschen im Widerstand von damals ermutigt uns heute darin, allen Anfängen und Formen von Intoleranz zu wehren, jeglicher Diskriminierung die Stirn zu bieten, und jeder Art von gesellschaftlicher, ethnischer oder religiöser Verachtung und Verfolgung entgegenzutreten. Unser Heimatland Österreich soll auch in Zukunft ein Ort des friedlichen Miteinanders bleiben.
Wir haben aus der Geschichte gelernt.

Novemberpogrom 1938
Die Novemberpogrome 1938 – bezogen auf die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, auch Reichspogromnacht oder zynisch (Reichs-)Kristallnacht genannt, waren vom nationalsozialistischen Regime organisierte und gelenkte Gewaltmaßnahmen gegen Juden und Jüdinnen in Deutschland sowie Österreich. Dabei wurden vom 7. bis 13. November etwa 800 Juden und Jüdinnen ermordet, 400 davon in der Nacht vom 9. auf den 10. November. Über 1.400 Synagogen, Betstuben und sonstige Versammlungsräume sowie tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe wurden zerstört. Ab dem 10. November wurden ungefähr 30.000 Juden und Jüdinnen in Konzentrationslagern inhaftiert, wo mindestens weitere 400 ermordet wurden oder an Haftfolgen starben.
Die Pogrome markieren den Übergang von der Diskriminierung der deutschen Juden und Jüdinnen seit 1933 zur systematischen Verfolgung, die knapp drei Jahre später in den Holocaust mündete.

Fotogalerie >>

Vortrag über „Neue Armut“ am 29.10.

„Neue Armut und was dagegen zu tun ist“
Vortrag und Gespräch mit Mag. Martin Schenk-Mair
Stellv. Direktor der DIAKONIE Österreich

Dienstag, 29. Oktober 2019, 19.00 Uhr
Evang. Kirche Oberwart, Evang. Kirchengasse 6

Mag. Martin Schenk-Mair, Sozialexperte und stv. Direktor der Diakonie Österreich referiert über die steigende Verarmungstendenz in Österreich. Martin Schenk-Mair ist Mitbegründer der „Armutskonferenz“ und zahlreicher sozialer Initiativen: „Hunger auf Kunst und Kultur” (Kultur für Leute ohne Geld), „Wiener Spendenparlament” (Stimmen gegen Armut), Verein Hemayat (Betreuung schwer Traumatisierter), „Sichtbar Werden” (Armutsbetroffene organisieren sich).
Im Anschluss ist Gelegenheit, mit Herrn Schenk-Mair ins Gespräch zu kommen und das Gehörte miteinander zu bedenken. Wir hoffen auf Ihr Interesse und freuen uns über Ihre Teilnahme!

Eintritt frei, Spende erbeten!

191029 Schenk Armut

„Im Labyrinth Irak“: Lesung mit Moritz Ehrmann am 3.10.

„Im Labyrinth Irak. Zwischen den Strömen“
Lesung mit Moritz Ehrmann

Donnerstag, 03. Oktober 2019, 18:30 Uhr
Burg Schlaining, Rittersaal

Der Diplomat und Friedensmediator Moritz Ehrmann hat 2014 mit dem Internationalen Roten Kreuz im Irak gearbeitet. Aus diesen hautnahen Erfahrungen ist der Roman „Im Labyrinth Irak. Zwischen den Strömen“ entstanden.
Woher kommt der Hass in diesem Land? Wer befeuert ihn? Wer zieht Nutzen daraus? Der Roman beschreibt die Versuche eines jungen Diplomaten in den Wirren der Invasion durch den „Islamischen Staat“, Drahtzieher für eine noch größere Katastrophe aufzuspüren.
Persönliche Eindrücke bilden einen packenden Rahmen für einen Roman, der tiefe Einblicke in das Land, die Leute und ihre Mentalität sowie in ein Labyrinth aus Gewalt, Politik und Religion bietet.

Veranstalter: Österreichisches Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung (ASPR) und VHS Burgenland

 

Podcast mit Daniela Pisoiu und Moritz Ehrmann im Gespräch über das Buch ‚Das Labyrinth Irak‘
Daniela Pisoiu (oiip) im Gespräch mit Moritz Ehrmann (Crisis Management Initiative). Moritz Ehrmann ist Friedensmediator und Diplomat und hat mit dem Internationalen Roten Kreuz im Irak gearbeitet. Aus diesen hautnahen Erfahrungen ist der Roman „Im Labyrinth Irak. Zwischen den Strömen“ entstanden. Die Geschichte handelt in der schicksalshaften Zeit, in der die Terrororganisation Islamischer Staat einen großen Teil des Landes in Beschlag nimmt.
oiip >>

Rundgang „Jüdische Spuren“ in Schlaining am 5.10.

Jüdische Spuren in Schlaining
Leitung: Mag.a Dr.in Lisa Fandl
Treffpunkt: Schlaining – Friedensbibliothek/ Hauptplatz 3
Termin: Sa. 05.10.2019, 14:00 – 16:00 Uhr
Anmeldung: 0 33 52/ 34 525

Der Rundgang thematisiert die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Stadtschlaining, die mit der nationalsozialistischen Machtergreifung ausgelöscht wurde. Nach einem historischen Überblick werden Stationen ehemals jüdischen Lebens und der jüdische Friedhof aufgesucht.

Eine Veranstaltung der VHS Burgenland. Anmeldung direkt unter den angegebenen Telefonnummern.

„Rechts, Mitte, Links?“ Gespräch mit Gerhard Baumgartner

STADTSCHLAINING: 16:00 Uhr, Burg Schlaining, Engelssaal.
„Rechts, Mitte, Links? Alter und neuer Antisemitismus“.
Walter Reiss im Gespräch mit Gerhard Baumgartner.
Teilnahme kostenlos.
Eine Veranstaltung des Österreichischen Studienzentrums für Frieden und Konfliktlösung – ASPR, CONCENTRUM und Verein Zukunft Schlaining im Rahmen des Europäischen Tages der Jüdischen Kultur

Fotos von der Veranstaltung >>